Bava Kamma 217

Kapitel 217

א בחייו ובמותו אם מת לא ירשנו ויחזיר לבניו או לאחיו ואם אין לו לוה ובעלי חוב באים ונפרעים:
1 [S<small>AGTE ER</small>:] <small>BEI MEINEM</small> L<small>EBEN UND NACH MEINEM</small> T<small>ODE, SO DARF ER, WENN JENER STIRBT, IHN NICHT BEERBEN, VIELMEHR MUSS ER ES AN DESSEN</small> S<small>ÖHNE ODER DESSEN</small> B<small>RÜDER ABTRETEN; WENN ER ABER NICHTS HAT, SO BORGE ER, UND DIE</small> G<small>LÄUBIGER KOMMEN UND ZIEHEN DIE</small> S<small>CHULD</small><small>EIN</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יוסף אפילו לארנקי של צדקה אמר רב פפא וצריך שיאמר זה גזל אבי
2 GEMARA. R. Joseph sagte: Selbst an den Almosenbeutel. R. Papa sagte: Er muß dann aber sagen: das ist, was ich von meinem Vater geraubt habe. –
ג אמאי נמחליה לנפשיה מי לא תנן מחל לו על הקרן ולא מחל לו על החומש אלמא בר מחילה הוא
3 Weshalb denn, sollte er doch darauf zu seinen eigenen Gunsten verzichten; haben wir ja auch von dem Falle gelernt, wenn er auf den Stammbetrag und nicht auf das Fünftel verzichtet, demnach kann man ja darauf verzichten!?
ד אמר רבי יוחנן לא קשיא הא רבי יוסי הגלילי הא רבי עקיבא
4 R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Einwand, das eine nach R. Jose dem Galiläer und das andere nach R. A͑qiba.
ה דתניא (במדבר ה, ח) ואם אין לאיש גואל להשיב האשם וכי יש אדם בישראל שאין לו גואלים אלא בגזל הגר הכתוב מדבר
5 Es wird nämlich gelehrt:<i>Wenn aber der Mann keinen Verwandten hat, dem er die Buße zurückerstatten könnte</i>; gibt es denn jemand in Jisraél, der keinen Verwandten hat? Vielmehr spricht die Schrift von der Beraubung eines Proselyten.
ו הרי שגזל הגר ונשבע לו ושמע שמת הגר והיה מעלה כספו ואשמו לירושלים ופגע באותו הגר וזקפו עליו במלוה ומת זכה הלה במה שבידו דברי רבי יוסי הגלילי ר' עקיבא אומר אין לו תקנה עד שיוציא גזילו מתחת ידו
6 Wenn nämlich jemand einen Proselyten beraubt und ihm dies abgeschworen hatte, und als er hörte, der Proselyt sei gestorben, das Geld und das Schuldopfer nach Jerušalem brachte; wenn er später den Proselyten trifft und dieser es ihm als Darlehen überläßt und darauf stirbt, so hat er das, was sich in seinem Besitze befindet, geeignet – so R. Jose der Galiläer. R. A͑qiba sagt, für ihn gebe es kein anderes Mittel als das Geraubte aus seinem Besitze zu bringen.
ז לרבי יוסי הגלילי לא שנא לנפשיה ל"ש לאחרים מצי מחיל ולרבי עקיבא ל"ש לאחרים ולא שנא לנפשיה לא מצי מחיל
7 Nach R. Jose dem Galiläer kann man sowohl sich gegenüber als auch Fremden gegenüber verzichten, und nach R. A͑qiba kann man weder Fremden gegenüber noch sich gegenüber verzichten.
ח ולר' יוסי הוא הדין דאפי' לא זקפו במלוה והאי דקתני זקפו עליו במלוה להודיעך כחו דרבי עקיבא דאפילו זקפן עליו במלוה אין לו תקנה עד שיוציא גזילה מתחת ידו
8 Nach R. Jose gilt dies auch von dem Falle, wenn er es ihm nicht als Darlehen überläßt, nur lehrt er es deshalb von dem Falle, wenn er es ihm als Darlehen überläßt, um dir die weitergehende Ansicht R. A͑qibas zu lehren: selbst wenn er es ihm als Darlehen überlassen hat, gebe es für ihn kein anderes Mittel als das Geraubte aus seinem Besitze zu bringen.
ט מתקיף לה רב ששת אי הכי לרבי יוסי הגלילי לשמעינן לנפשיה וכל שכן לאחרים לרבי עקיבא לשמעינן לאחרים דלא מצי מחיל וכ"ש לנפשיה דלא מצי מחיל
9 R. Šešeth wandte ein: Sollte demnach R. Jose der Galiläer dies doch von ihm selber lehren, und um so mehr würde dies von Fremden gelten, und R. A͑qiba sollte dies von Fremden lehren, daß er nicht verzichten könne, und um so mehr würde dies von ihm selber gelten, daß er nicht verzichten könne!?
י אלא אמר רב ששת הא והא רבי יוסי הגלילי כי קאמר רבי יוסי הגלילי דמצי מחיל לאחרים אבל לנפשיה לא מצי מחיל אלא אמאי זכה הלה במה שבידו משום דזקפן עליו במלוה
10 Vielmehr, erklärte R. Šešeth, vertreten beide [Lehren] die Ansicht R. Jose des Galiläers, denn R. Jose der Galiläer sagt, er könne verzichten, nur Fremden gegenüber, nicht aber sich selber gegenüber, und nur aus dem Grunde eignet er das, was sich in seinem Besitze befindet, weil jener es ihm als Darlehen überlassen hat.
יא רבא אמר הא והא רבי עקיבא כי אמר רבי עקיבא דלא מצי מחיל לנפשיה אבל לאחרים מצי מחיל
11 Raba erklärte: Beide vertreten die Ansicht R. A͑qibas, denn R. A͑qiba sagt, man könne nicht verzichten, nur sich selber gegenüber, einem Fremden gegenüber kann man wohl verzichten. –